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FASSADENSANIERUNG UND THERMISCHE VERBESSERUNG BAYERNGASSE 1-3

 

BAUGESCHICHTE

 

Nach den Plänen von Carl Appel entstand in den Jahren 1957 bis 1959 im 3. Bezirk, am Modenapark ein T-förmiges Ensemble mit einem langen Baukörper an der Bayerngasse und einem Hochhaus im Modenapark.

Die ursprüngliche Fassadenbekleidung, ein mehrfärbiges Glasmosaik, war am hohen Baukörper erhalten. Die Keramikfassade des Längstrakts wurde in den 70er- Jahren verkleidet. Das Objekt hatte durch die Überformung seine ursprüngliche Wirkung als Gesamtensemble eingebüßt.

 

ANALYSE DER BESTANDSFASSADE

 

Die Mosaikfassade war aus unterschiedlich farbigen Feldern aufgebaut. Diese Felder kamen in vier Hauptfarben und einem bunten Mischfeld vor. Die einzelnen Felder wiesen die jeweilige Farbe in unterschiedlicher Helligkeit auf und waren von Reihe zu Reihe um zwei Mosaiksteine versetzt, sodass es keine durchgängigen vertikalen Fugen gibt. Durch diese Anordnung bekam die Fassade einen flimmernden, lebendigen Effekt.

 

ERLÄUTERUNG DES ENTWURFsGEDANKEN

 

Gestalterisches Ziel der Konzeption zur Neugestaltung der Fassaden war es das Bauwerk wieder als Ensemble wirken zu lassen. Der Vorschlag greift die ursprüngliche Idee der farbigen, lebensbejahenden Gestaltung auf und interpretiert die technische Umsetzung einer korrosionsfesten, leicht zu reinigenden Fassade aus der Nachkriegszeit auf zeitgemäße Art.

 

Gekantete, eloxierte Alubleche werden von Reihe zu Reihe zueinander versetzt montiert. Auf diese Bleche werden von hinten lackierte, färbige Bleche geklebt.

 

Die Farbflächen sind so angeordnet, dass das flimmernde Erscheinungsbild der Fassade eine Neuinterpretation erfährt.

 

Unregelmäßig perforierte, eloxierte, industriell gefertigte Alublechpaneele mit Abmessungen von ca. 50 x 255 cm wurden mit jeweils sechs verschiedenfarbigen Blechtafeln hinterlegt und als hinterlüftete Blechfassade in die gedämmte Unterkonstruktion eingehängt.

 

Um durchgehende Fugen zu vermeiden wurden sowohl die eloxierten Tafeln, als auch die dahinter liegenden Farbtafeln zueinander versetzt. Um auch die horizontalen Fugen der Blechtafeln in Ihrer Wirkung zu minimieren und die flächige Wirkung zu optimieren, wurden die Farbfelder horizontal auf 2 Blechpaneele aufgeteilt.

 

Insgesamt wurden 9 verschiedene Blechtafeltypen in einem wiederkehrendem horizontalen Rhythmus angewendet.

 

Anstatt der Originalfarben des Mosaiks wurden neu abgestimmte Farben verwendet, die in folgendem Rhythmus angeordnet wurden.

 

1. Reihe: blau rot violett

2.Reihe: lila grün rot

3.Reihe: violett gelb blau

4.Reihe: lila grün rot

 

Durch das Versetzen der gestanzten Deckbleche, ergibt sich ein Fugenbild, das über mehrere Farbflächen geht. Mit dieser Technik erhält die Fassade durch Farbigkeit und Reliefwirkung eine lebendige Qualität. Die flächige Wirkung der derzeitigen Mosaikfassade wird auch bei der Neugestaltung erzielt.

 

An der Bayerngasse ist die Eloxierung abstrakt und neutral, Alu Natur A6C0, beim Hochhaus im Modenapark warm und naturnah in hellgold A6C2.

 

Neben der Wiederherstellung der Ensemblewirkung, trägt die Neugestaltung auch zur Verbesserung und Belebung der Fassade und deren Wirkung auf den Stadtraum in der Bayerngasse bei.

 

 

Eckdaten

Projektgegenstand: Fassadensanierung Wien 3

Leistungszeitraum: 2008

Erbrachte Leistung:

Planung:

Auftraggeber: Estrella

Nettoherstellungskosten: ca. euro 1.700.000

Fotograf: Wolfgang Schneider, Paul Ott

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