WZ
Konzept der fünf Elemente
1. TOPSTRUKTUR
Das Strukturkonzept für die Topeinteilung geht von einer maximalen Topanzahl von 6 Büroeinheiten aus. Die Topanzahl pro Geschoß kann zwischen einem und sechs Tops variieren.
2. VERSORGUNGSEINHEITEN
Es gibt sechs technische Versorgungseinheiten mit Toiletten, optional errichtbaren Behindertentoiletten und Teeküchen, die je nach Anforderung variabel gestaltbar sind und auch entfallen können. Die Versorgungseinheiten ermöglichen die Flexibilität bei der Topanzahl und der individuellen Büroorganisation.
3. ERSCHLIESSUNGSSTRUKTUR
Drei Stiegenhäuser mit zwei beziehungsweise einem Aufzug dienen der vertikalen Erschließung. Eine interne Erschließungszone, die sich variabel zu Kommunikationszonen, Besprechungsbereichen und Gruppenbüros öffnet, kann flexibel strukturiert und angelegt werden.
4. ORIENTIERUNG
Zwei Lichthöfe werden in ihrer Qualität verbessert und bilden markante Orte der Orientierung und Belichtung
5. ATMOSPHÄRE
Die großen Höfe Wollzeile 1 und Wollzeile 3 werden durch „vertikale und fliegende Gärten“ aufgewertet. Der Hof Wollzeile 3 soll weiters durch ein Wasserbecken mit einer Brunnenwand belebt werden.
Das Foyer Wollzeile 1 wird ebenfalls durch die Elemente Wasser und Grün belebt. Sitzzonen und Schaufenstervitrinen bilden zusätzliche Attraktoren.
Architektur und Konzept
· Die Passage
Durch seine Lage an der Ecke Rotenturmstraße – Wollzeile hat das Objekt hohes Potential, durch strukturelle und gestalterische Maßnahmen zu einem attraktiven Ort für ein Bürogebäude mit einer Geschäftszone und gastronomischen Angebot im Zentrum Wiens, aufgewertet zu werden. Die Idee der Passage zwischen Wollzeile und Lugeck knüpft an erfolgreiche, historische Vorbilder an.
· Die Eingänge
Zu der Geschäftszone im Erdgeschoss gibt es drei Eingänge. Im vorliegenden Konzept bildet der Durchgang mit dem neu gestalteten Hof die Hauptachse mit Zugang von der Wollzeile und vom Lugeck.
Das Foyer des Hauses Wollzeile 1 ist sowohl der Zugang zu den Büroeinheiten in den Obergeschossen, als auch ein Eingang zum Restaurant, das sich vom großen Innenhof mit Glasdach, über eine Zwischenzone Richtung Passage erstreckt
Alle drei Zugänge sollen als Nurglaskonstruktionen, den hohen öffentlichen Charakter signalisieren.
· Attraktoren im öffentlichen Raum
Vom Straßenraum sichtbar, stellen belebende Elemente, in Form von Wasserbecken und Brunnen, Anziehungspunkte für Passanten dar.
Im Hof des Objektes Wollzeile 3, der durch die Öffnung zur Passage wird, bildet ein Wasserbecken mit einer skulpturalen Wasserwand einen attraktiven Ruhepol, der den Hof strukturiert. Das Element wird zum Filter zwischen der gastronomisch genutzten Zone und den Geschäften.
Als eine weitere Attraktion schlagen wir eine Bepflanzung des Hofes vor. Aus kleinen Bereichen in der Pflasterung werden Rankseile zu quer über den Hof montierten Seilen gespannt.
Die grünen Dächer, oder „schwebenden Gärten“ strukturieren den schmalen, hohen Hof, spenden Schatten und tragen in heißen Sommermonaten mit dem Wasserbecken zur Kühlung des Hofes bei.
Das Foyer des Eingangs Wollzeile 1 wird durch eine zentrale Zone mit Wasserbecken, Pflanzbereich, Sitzmöglichkeiten und Vitrinen der Shops belebt.
Durch zusätzliche Durchbrüche in der Mittelmauer zu den Shops an der Wollzeile, bekommen diese eine zweite Auslagenseite in Richtung internen Verbindungsweg.
Um den Aufwand beim Abbruch zu reduzieren, wurde die Verbindung zwischen Foyer und Passage so geplant, dass der innen liegende Shop, für den eine geringe Frequenz anzunehmen ist, entfällt.
Entlang der innen liegenden Wand sollen stattdessen Vitrinen mit Auslageflächen der Shops an der Wollzeile positioniert werden, sodass auch hier durch die beidseitige Bespiegelung eine attraktive Zone entsteht.
· Höfe, Fassaden
Die Fassaden des Hofes und der Passage werden durch minimale Eingriffe, der neuen Nutzung entsprechend, aufgewertet.
Im Erdgeschoss verklammert ein brünierter Stahlrahmen der leicht auskragt, die parapetlosen, ebenfalls aus der Fassade vorspringenden Fensterelemente, sodass sich eine klar definierte Auslagenzone bildet.
Bei den Fenstern im ersten Obergeschoss sollen ebenfalls die Parapete entfernt werden, um im untersten Bürogeschoss die Belichtungssituation in dem engen Hof zu verbessern und der Fassade durch die Neustrukturierung ihre Monotonie zu nehmen.
Die Fassade des großen Hofes Wollzeile 1 und die Atmosphäre des Innenhofes, stellen derzeit einen gravierenden Schwachpunkt für die Qualität des gesamten Objektes dar.
Wir schlagen daher vor, die angrenzenden Fassaden, durch neu strukturierte, größere Fenster zu verbessern und somit Qualität, Belichtung und Atmosphäre der Räume zum Innenhof aufzuwerten.
Die Feuermauer, zu dem im Norden angrenzenden Nachbarn, soll durch einen „vertikalen Garten“ attraktiviert werden.
Pflanzentröge aus poliertem Edelstahl die Licht reflektieren, werden in einem Regal angeordnet. Durch die Bepflanzung in mehreren Ebenen entsteht eine grüne Wand, der „vertikale Garten“.
Quer über den Hof gespannte Seile ermöglichen den Pflanzen, sich horizontal über den Hof zu ranken. Dieser horizontale, „schwebende Garten“ bildet den Sonnenschutz für das große Glasdach und nimmt dem Hof optisch seine unangenehme Höhe, beim Blick aus den Fenstern der darüber liegenden Räume.
Durch diese Maßnahme soll die Attraktivität des Hofes und somit der angrenzenden Räume erhöht werden. Weiters tragen die Pflanzen wesentlich zur Kühlung des Hofes bei.
Um den Hof und die neue Grünoase auch durch das Glasdach des Restaurants erlebbar zu machen, soll bei der Sanierung des unteren Glasdaches teilweise transparentes Glas eingesetzt werden, sodass einzelne Blickfenster die attraktive Atmosphäre einfangen.
· Lichthöfe
Besonderes Augenmerk wurde auf die Qualität der Lichthöfe gelegt.
Sie stellen markante Elemente zur Orientierung dar und werden daher gestalterisch aufgewertet.
Geschosshohe Verglasungen, die geschossweise versetzt angeordnet sind, verbessern die Belichtung nun auch in den unteren Geschoßen und erhöhen den internen Kommunikationsfaktor durch neue Blickbeziehungen.
Prismenspiegel bringen zu jeder Jahreszeit das natürliche Licht bis in die unterste Ebene.
· Die vertikalen und schwebenden Gärten
Das Thema des Topfgartens wird hier neu übersetzt in einer Version die sich in die Vertikale dehnt. Ein Zitat der hängenden Gärten der Semiramis zu Babylon.
Im urbanen Raum sind vertikale Gärten besonders faszinierend - man verwandelt Hausmauern in Gärten. Sie sind nicht allein vom Gedanken ihrer Nützlichkeit bestimmt - wie der Erzeugung eines angenehmen Mikroklimas, der Feinstaubbindung und auch der Schalldämpfung, sondern haben auch einen besonders ästhetischen und sinnlichen Aspekt.
Elegant und technisch ausgereift ermöglichen die schwebenden Gärten größten Effekt mit limitierten Mitteln, dies gilt dann auch bezüglich der dafür notwendigen Pflege.
Eine reiche Auswahl an Gehölzen, Stauden und Kletterpflanzen können für eine unendliche Vielfalt von botanischen Kombinationen verwendet werden.
Der entstehende pflanzliche Vorhang wird von dem duftenden und immergrünen ‚honeysuckle’ gebildet, eine unkomplizierte Möglichkeit zur Beschattung.










