TOP8
Das Konzept zur Innenraumgestaltung nimmt Bezug auf die räumliche Situation, die durch das architektonische Grundkonzept, die Hülle, definiert wird.
Die erste Ebene ist in ihrem Charakter stark geprägt durch den historischen Bestand, der Richtung Burggarten die Außenmauer bildet. Die Mauern sind massiv und geben nur über drei ovale Fenster den Blick nach unten, auf das Grün des Burggartens, frei. Man ist umschlossen wie in einer Höhle. In der zum Hof orientierten Zone dieser Ebene ist die Altsubstanz aufgelöst und der Blick nach Außen freigelegt. Durch die Orientierung zum Hof ist die Grundstimmung aber auch hier privat und umschlossen.
Auf der ersten Ebene gibt es drei zentrale Elemente der Gestaltung, der Eingang, die Küche und der Lichthof mit Stiegenaufgang. Sie lösen sich durch Material und Gestaltung von der Grundstimmung, sie sind glänzend und edel, technisch und zum Teil beweglich. Durch sie werden Zonen gebildet und Bewegungslinien definiert.
Der Weg ins Obergeschoss führt um einen freistehenden Lichthof, der durch einen Luftraum freigelegt, ein vertikales Verbindungselement darstellt. Der Weg ist nicht direkt, er führt um den Lichthof nach oben, wo man erstmals den atemberaubenden Ausblick auf das historische Umfeld erfährt.
Wenn wir die Ebene 2 betreten, befinden wir uns in der Basis des Turmes. Die Stimmung ist plötzlich eine andere: weiter, freier, offener in alle Richtungen und die Entwicklung nach oben ist spürbar. Die gewählten Materialien wirken leichter und sind heller.
Das zentrale Element in dieser Zone, die Bar, bildet eine gestalterische Einheit mit dem Lichthof. Durch eine Zwischenzone mit intensiver Bepflanzung erreicht man den Schlaftrakt mit vorgelagerter Bibliothek und Arbeitszone. Von der Bibliothek führt ein zentraler Gang am Wintergarten vorbei zu den Schlafzimmern. Hier wird die Stimmung durch eine üppige Bepflanzung mit hohem Grün im Wintergarten geprägt. Vor den nach Süd-West orientierten Räumen bilden begrünte Pergolen einen Filter zum Außenraum. Der Blick nach Außen ist der auf einen grünen Vorhang.
Der Schlafraum und angrenzendes Bad bilden eine räumliche Einheit. Ein freistehendes zentrales Element mit vorgelagerter Pflanzzone bietet Sichtschutz für den Badebereich. Auch das Bad ist geprägt durch eine Grünzone.
Wenn wir von der Basis des Turmes auf die 3. Ebene hinaufsteigen, bekommen wir durch die Leichtigkeit der Treppenkonstruktion das Gefühl zu schweben. Die Wolke leicht, hell, entmaterialisiert ist eine meditative Insel über Wien. Eine Landschaft aus hellem blaugrauem Leder und der Boden aus demselben Material, bilden eine homogene Einheit. Es gibt einen Bereich zum kommunizieren und Richtung Burggarten einen Liegebereich, zum relaxen und meditieren - DIE FINALE ENTMATERIALISIERUNG
Eckdaten
Projektgegenstand: Wohnungseinrichtung Wien 1
Leistungszeitraum: 2003-2004
Erbrachte Leistung: Innenraumgestaltung+ÖBA
Auftraggeber: privat
Nettoherstellungskosten: ca. euro 600.000.-











